Remote Scrum Master – Geht das?

Die Arbeit des Scrum Masters ist normalerweise durch die Nähe zum Entwicklungsteam, dem Product Owner und den Stakeholdern geprägt. Durch die Coronakrise arbeiten diese Teams jedoch von einem Tag auf den anderen verstreut. Unsere Scrum Master sind nun gefordert die physische Distanz durch digitale Nähe zu überbrücken. Wir fragen bei unseren Scrum Mastern nach: Geht das?

So sieht die Arbeit eines Scrum Masters normalerweise aus

Scrum bietet ein Framework, um komplexe Produkte iterativ zu entwickeln. In der Rolle des Scrum Masters achten unsere Berater auf die Einhaltung des Scrum Frameworks und unterstützen die Mitarbeiter erklärend. Zudem sorgen sie für Transparenz im Prozess und eine gelingende Kommunikation zwischen den Beteiligten. Bei aufkommenden Hindernissen kümmern sich unsere Berater um Lösungen. Auf diese Weise verhelfen sie dem Team zum Erfolg.

Das Scrum Framework wenden wir, access2agile, bei unseren Kunden weiterhin an. Die Scrum Events finden mit den Teammitgliedern, wie gewohnt, statt – nur eben online.

Das hat sich durch die Arbeit im Homeoffice verändert

Caterina erzählt uns, wie sich ihr Arbeitsalltag als Remote Scrum Master verändert und welchen Stellenwert ihre Rolle vor allem für die Kommunikation bekommen hat: „Insbesondere die Rolle der Moderation wird remote wichtig. In einem Video-Call ist es schwieriger ein Ziel stringent zu verfolgen und zu merken, wann ein Thema „fertig diskutiert“ ist. Umso wichtiger, dass jedes Online Meeting eine explizite Agenda samt Ziel besitzt und nicht aus den Augen verloren wird. Als Moderatorin helfe ich meinem Team dabei, darauf zu achten.“

Auch unser Scrum Master Johann bestätigt: „Die ganze non-verbale Kommunikation fällt im Homeoffice weg. Aussagen können leicht falsch verstanden werden und es ist schwerer zu bemerken, ob Teammitglieder abgelenkt sind. Außerdem sehe ich nicht, ob jemand müde oder geknickt wirkt. Deswegen versuche ich jeden Tag mit mindestens einem Team-Kollegen ein persönliches Gespräch zu initiieren und nachzufragen wie es läuft.“

„Ich versuche so häufig wie möglich direkt mit meinen Team-Kollegen zu sprechen. Anstatt einer Mail rufe ich kurz an. In 5 Minuten am Telefon oder im Videochat sind Dinge schneller und einfacher geklärt, als in 14 E-Mails, die sich über den Tag erstrecken und im Zweifel für zusätzliche Verwirrung sorgen“, erklärt uns Nadine.

Natürlich spielen auch technische Hürden eine Rolle. Die Kollaborations-Tools bieten unzählige Möglichkeiten und nicht jeder ist damit vertraut. Scrum Master Emrah versucht sich deshalb auf wenige Tools zu beschränken und bei technischen Fragen zu unterstützen. „Um mein Team nicht mit Tools zu überfordern, verwende ich wenige, bekannte Softwarelösungen. Ich versuche das Beste aus jedem Tool herauszuholen und es möglichst vielfältig einzusetzen. Ich verwende zum Beispiel kein zusätzliches Tool, um eine Pro-Contra-Liste abzubilden. Stattdessen streame ich meinen Bildschirm und erstelle eine Liste in PowerPoint.“

Das hat sich durch die Arbeit remote sogar verbessert

Ein wichtiger Aspekt in Scrum ist, dass die Entwicklungsteams selbstorganisiert arbeiten. Johann beobachtet, dass sich die Selbstorganisation durch die Arbeit im Homeoffice sogar verbessert hat. „Die Timebox einzelner Termine wird strikter eingehalten und Dialoge werden relativ zeitnah mit den Worten: „Lass uns das nachher kurz besprechen, um die Anderen nicht zu lange abzuhalten.” unterbrochen.“

Remote Scrum Master – Das geht!

Kommen wir auf unsere eingangs gestellte Frage „Remote Scrum Master – Geht das?“ zurück. Nach den Gesprächen mit unseren Scrum Mastern können wir darauf antworten „Das geht!“. Unsere Scrum Master sind genauso handlungsfähig wie in der persönlichen Arbeit vor Ort. Es ist lediglich der Fokus der Aufgaben, der sich hin zur Kommunikation verschiebt. Zudem erweist sich Scrum auch für räumlich getrennt Teams als funktionsfähiges Framework. Gerade die Scrum Events unterstützen die Teams dabei, regelmäßig miteinander in Kontakt zu stehen und sich auszutauschen.